Charakter:


Der typische Flatcoated Retriever ist im Vergleich zu seinen häufigeren auftretenden Verwandten (Labrador und Golden, siehe auch (Buchtipps) temperamentvoller (ohne hektisch zu sein = Zuchtziel) und meist auch eigenwilliger.

Er ist ein extrovertierter, freundlicher und fröhlicher Hund, was er durch fast ununterbrochenes Schwanzwedeln ("Flats do it with a wagging tail!") zum Ausdruck bringt.

Dem Flat sitzt der Schalk im Nacken und er ist immer für eine Überraschung gut - gerade das macht ihn für mich so faszinierend und liebenswert, macht ihn aber in der Ausbildung manchmal auch zur echten Herausforderung.

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Working Test mit Pebbles (damals in der Schnupperklasse in Österreich) als ich dachte, "hoffentlich fiept sie nicht, hoffentlich springt sie nicht ein!" Was tat mein Hund: Tauschen!, noch nie vorher vorgekommen. Danke das war´s, durchgefallen! Aber so sind sie halt, die Flats!

Der Flat ist ein aktiver Hund für aktive Menschen, der wegen seiner Sensibilität eine konsequente aber sehr einfühlsame Erziehung braucht, harten Ausbildungsdrill mag er nicht. Auch und gerade der Flatcoated Retriever ist ein passionierter Jagdhund, ursprünglich gezüchtet für die Jagd nach dem Schuß. Aber auch für die Suche unter der Flinte eignet er sich gut.

Sein Lieblingselement ist das Wasser, Retriever können nur schwer daran vorbeigehen und sei es eine noch so dreckige Pfütze.

Bei den Flats gibt es im Gegensatz zu den beiden anderen Rassen Labrador und Golden - noch keine Aufspaltung der Zucht in Arbeitslinien "Field trial"-Linie und/oder Show-Linie. Hier mußte bis vor ein paar Jahren - zumindest in Deutschland - ein Deckpartner eine jagdliche Leistungsprüfung nachweisen. Leider wurden die Zuchtbestimmungen in den letzten Jahren im DRC für die Flats deutlich gelockert. Standardzucht ist nun auch möglich, wenn keines der beiden Elternteile an echtem Wild geprüft ist. Das finde ich sehr schade, weil dadurch möglicherweise mittel- bis langfristig die Gefahr besteht, daß einige typische Retrievereigenschaften, wie z.B. die Weichmäuligkeit o.ä. verloren gehen.

Wie alle Retriever eignet sich der Flat wegen seiner großen Menschenfreundlichkeit und Anhänglichkeit auch als Familienhund. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass er ein Jagdhund mit unermüdlichem Finde- und Apportierwillen ist, der diese Leidenschaften auch ausleben können sollte. D.h. der Flat braucht neben der selbstverständlichen körperlichen Auslastung durch ausreichend Auslauf vor allem auch geistige Beschäftigung!

Der Flat wird oft als der "intelligenteste" unter den Retrieverrassen (ohne den anderen zu nahe treten zu wollen!) beschrieben, d.h. der Kopf muß arbeiten können, sonst sucht sich der Flat seine Auslastung selbst und das ist meist nicht im Sinne seines Besitzers! Hierfür bietet der DRC Interessierten Dummytraining an, aber auch als Rettungshund oder für Agility ist der Flat bestens geeignet.

Aussehen:
(incl. eigenen Vorstellungen)

Der Flat ist der eleganteste unter den Retrieverrassen, (Buchtipps). Er ist mittelgroß (ca. 56 bis 61 cm Schulterhöhe), Idealgewicht beim ausgewachsenen Hund ca. 25 bis 35 kg, er soll weder schwerfällig noch übertrieben schlank wirken. Das schwarze, immer häufiger auch leberbraune und selten gelbe (Fehlfarbe!) Fell ist mittellang und meist glatt anliegend, mit einer Befederung an den Läufen und der Rute, jedoch weniger üppig als das der Golden Retriever.



Die elegante Erscheinung des Flats wird durch den langen, flachen Kopf von mittlerer Breite mit mehr oder weniger ausgeprägtem "Stop" in Augenhöhe betont. Für mich ist u.a. die Kopfform mitentscheidend für den Gesamtausdruck des Hundes, Pebbles hat für meinen Geschmack genau richtig viel Stop, aber das ist Geschmackssache. Momentan geht der Trend in der Zucht zu immer weniger Stop, was ich persönlich nicht so gerne mag. Andererseits soll der Kopf auch nicht zu breit und zu schwer werden, was u.a. oft zu sog. "offenen Augen" führt (Zuchtziel) und für den Hund sehr unangenehm werden kann.

Die Augen sollen dunkelbraun sein, oft wird ihnen ein intelligenter Ausdruck zugesprochen.

Geschichte:

Um das Jahr 1850 wurde der Flat coated Retriever in England zum erstenmal gezüchtet. Er entstand wie der Golden Retriever wahrscheinlich aus dem langhaarigen, kraftvollen Wavy-Coated Retriever, dieser war durch Einkreuzungen von Irish Settern zu dem aus Amerika stammenden Saint John´s Dog (kleinerer Neufundländer, Urahn aller Retrieverrassen) entstanden.

Mitte des 19. Jahrhunderts wollte man bei Erhaltung der hervorragenden Apportierleistungen und der Wasserfreude dann ein leichteres, eleganteres Erscheinungsbild erreichen und es wurden vermutlich weitere dunkle Irish Setter und wohl auch Sheepdogs, Water-Spaniels, evtl. auch Collies eingekreutzt. Das Haar wurde glatter und seit 1898 wird die Rasse als Flatcoated Retriever im Zuchtbuch des English Kennel Clubs geführt.

Der erste Rassestandard wurde im Jahre 1923 aufgestellt und anerkannt und gilt mit geringen Veränderungen heute noch (>Rassestandard FCI). Seit 1980 wird der Flat auch in Deutschland nach FCI-Reglement gezüchtet. Der einzige in Deutschland offiziell von der Federation Kynologie International (>FCI) anerkannte und nach deren Richtlinien arbeitende Zuchtverein für den Flat ist der Deutsche Retriever Club (>DRC), Mitglied im VDH, JGHV und der FCI.

Mit meiner Zucht innerhalb des DRC mit seinen zahlreichen Zuchtbestimmungen und großen Anforderungen an die Zuchttiere, die Zuchtstätte und nicht zuletzt an den Züchter möchte ich dazu beitragen, den Flat in seiner faszinierenden, liebenswerten, temperamentvollen und doch immer eigenständig bleibenden Art in der ursprünglichen Form, also in der Kombination von Schönheit und Leistung zu erhalten (>Dual-purpose-Flat).



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